Saturday, August 8, 2009

Indiana Jones laesst gruessen

Intro
Ich darf erfreut mitteilen, dass - entgegen allen Prognosen - ich in den bislang 9 Tagen Peru noch kein einziges Mal Panfloetenmusik hoeren musste! Dabei steht, wie einige wissen, das bekannte Lied "El condor pasa" zuoberst auf meiner schwarzen Liste der Lieder, die nie haetten komponiert werden duerfen. (Fuer Interessierte: Weitere Kandidaten sind "Rivers of Babylon" von Boney M. sowie das Gesamtwerk der Gipsy Kings.) Ironie des Schicksals: Ist es nicht die Panfloete, so halt ein anderes Instrument, das mich mit "El condor pasa" belaestigt. Mehr dazu spaeter.


Nachdem ich nun alleine unterwegs bin, sinniere ich oefters (v.a. waehrend den langen Busfahrten) ueber wichtige Fragen des Lebens, z.B.: Wie viele Loecher darf eine Unterhose auf Reisen haben, bevor man sie wegwirft? (Meine Meinung ist: Zwei. Und habe sie entsorgt. Jetzt fehlt nur noch der Ersatz. Gerne lese ich eure Kommentare dazu; inzwischen ist es auch ganz einfach, einen Kommentar auf diesem Blog zu hinterlassen, da ich es endlich geschafft habe, die Einstellungen zu aendern :-).) Oder: Braucht man ein Pferd, um zu reiten? (Ich finde: Nicht, wenn man in Lateinamerika Bus oder Taxi fahren kann.) Oder: Was ist der Unterschied zwischen Lama, Alpaca, Vicuna und Guanaco? Dazu folgender Link, der Aufschluss geben sollte: http://www.bar-q-diamond.com/Information/llamafacts.htm. Und themengerecht das Foto eines Lamas, wie mir Daisy, eine der Guides der letzten Tage, bestaetigte.

Das bringt mich zum (aus meiner Sicht haesslichen) Peruanischen Nackthund (Perro sin Pelo Peruano - was fuer ein Gegensatz zum burro con pelo suave, den ich allenfalls nach dem Cotopaxi gekuesst haette; siehe Blogeintrag "Wandervoegeln die Zweite..."). Den Peruanischen Nackthund gibt es seit 5'000 Jahren, wie entsprechende Bemalungen von Tongefaessen aus der Prae-Inka-Zeit bezeugen. Ein aelterer Herr erzaehlte mir, dass dieser Hund sehr intelligent sei, da er alles verstehe, was man ihm sage. Hm. (Den Ruf haben doch alle Hunde?) Jedenfalls wird er wegen seiner sagenhaften Koerpertemperatur von 40 Grad Celsius oft als Bettflasche missbraucht. Man sieht also auch hier: Alle wollen immer nur das eine!

Bevor ich nun chronologisch berichte, nachfolgend etwas Peru Gossip der letzten Wochen. Zwei Morde haben das Volk beschaeftigt: 1. Eine bekannte Saengerin wurde von einem Killer ermordet, der offenbar von ihrer Lebenspartnerin, ebenfalls Saengerin (Folklore), aber nicht ganz so bekannt, angeheuert worden war. Motiv soll Eifersucht gewesen sein, weil die andere wohl etwas mit einem Mann hatte. Francine Jordi lebt also auf gefaehrlicherem Fuss, als ich bisher angenommen hatte. 2. Ein schwuler Starcoiffeur wurde von einem ca. 20-Jaehrigen ermordet. Er wollte glaube ich Geld (leider sind die Infos nur aus zweiter Hand, da schon lange her) und hat wohl eher versehentlich etwas zu fest zugedrueckt. Da denke ich mir machst du lieber Haarschnitte fuer 2 Dollar und wirst dafuer in Ruhe gelassen. (Hier schliesst sich auch dieser Kreis.)

Von Ecuador nach Peru
Schlussendlich habe ich es letzte Woche Dienstagnacht, nachdem ich bereits einen halben Tag Zeit totgeschlagen hatte (letzter Blogeintrag), doch nicht mehr auf den Bus ueber die Grenze geschafft. Hier die Story: Gegen Abend beschlich mich ein ungutes Gefuehl, was mein noch zu ergatterndes Busticket anbelangte, so dass ich meinem Instinkt ("e Frau gspuert so oeppis" :-)) folgte und nochmals nachhakte, ob es wirklich moeglich sein wuerde, in La Toma (naehe Flughafen) anstatt in Loja (Abfahrtsort des Buses, 45 Minuten entfernt) den Bus zu besteigen. Es hatte ja nicht gereicht, Tage zuvor herumzutelefonieren diesbezueglich und x Leute zu fragen (u.a. die Ladies von der Busgesellschaft), um die Sache zum Laufen zu bringen. (Du kannst hier kein Ticket kaufen, sondern erst im Bus. Aber kein Problem, du kannst hier einsteigen anstatt in Loja. Sicher? Ist der Bus jeweils nicht voll? Und es ist ja auch Nationalfeiertag in Peru. Nein, kein Problem.) Jedenfalls erfuhr ich dann von anderer Seite, dass ich mich besser nach Loja aufmache, dort ein Ticket kaufe und am Terminal in Ruhe auf den Bus warte anstatt in La Toma im Dunkeln am Strassenrand, nachdem alles um 21 Uhr dichtmacht. Das tat ich dann auch, und siehe da: Es hatte keine Tickets mehr! Trotzdem war ich erleichtert, wenn ihr wisst, was ich meine. So musste ich einen weiteren Tag warten, bis es abends um 23 Uhr losging. Die Grenze passierten wir problemlos, und nach rund 9 Stunden erreichten wir Piura in Peru, von wo aus ich mit Claudia und Christian, einem deutschen Paerchen aus Trier (soll eine tolle Stadt sein - Gildo Horn ist auch von da, im Fall!) gleich den naechsten Bus nach Chiclayo nahm.

Dort angekommen, zwaengten wir uns zu dritt mit dem ganzen Gepaeck in eines der winzigen Taxis (es fehlten wohl noch 10 cm bis zum Asphalt) und checkten in ein Hotel im Zentrum der Stadt ein. Danach erkundeten wir den riesengrossen und bekannten Mercado Moledo, wo es alles zu kaufen gibt, was das Herz (und andere Koerperteile) begehrt: San Pedro Kaktus (Halluzinogen), Potenzmittel, Fischeier (soll u.a. die Libido stimulieren), Lamaebryos, Ozelotfelle, ausgestopfte Eichhoernchen und Voegel, Schlangenhaeute, Tierpfoten und andere Amulette, Kraeuter, Drachenblutbaumsaft (gut fuer Wundheilung), Fruechte, Gemuese, Fleisch, Koffer, Papeterie, Schuhe, ... Wahnsinn. Nicht nur der Markt, sondern die ganze Stadt erschien mir wie ein Ameisenhaufen.

Die naechsten Tage (Freitag bis und mit vorgestern Donnerstag) verbrachte ich damit, verschiedene Ausgrabungsstaetten, die aus der Prae-Inka-Zeit stammen (vor 1470 n. Chr.), zu besuchen. Viele der Staetten wurden erst vor kurzem gefunden, daher sind die Ausgrabungen vielerorts noch in vollem Gange - ein Paradies fuer Archaeologen und Anthropologen. Ich stelle mir vor, dass diese Orte in 10 Jahren ganz anders aussehen werden, auch was den damit einhergehenden Tourismus anbelangt.

Auf den Spuren der Prea-Inka-Kulturen Teil I - Chiclayo Umgebung
Als Erstes machten wir (Claudia, Christian und ich) eine Tour zu den Pyramiden von Tucume (total 26), die aus der Zeit der Lambayeque stammen (ab ca. 700 n. Chr.) und waehrend 500 Jahren erbaut wurden. Eine davon, Huaca Larga (Huaca = heiliger Ort), ist mit 700 x 280 x 30 m die groesste Lehmstruktur der Welt. (Im Norden Perus gibt es uebrigens noch einige gewaltige Bauten, von denen Otto Normalverbraucher nichts weiss. Schade auch, dass sich viele nur auf Machu Picchu stuerzen und die Prae-Inka-Kulturen, die einiges laenger dauerten als die Inka-Kultur, auslassen.) Die Lambayeque betrieben hauptsaechlich Agrokultur und Fischerei, und als Steuern musste das Volk luftgetrocknete Lehmziegel abliefern, aus welchen die Pyramiden gebaut wurden. Spaeter wurden diese auch von den Chimu (ab 1375) und dann von den Inkas (ab 1470) benutzt und erweitert, bevor sie 1533 verlassen wurden, nachdem die Inkas von den Spaniern besiegt worden waren. (Entscheidend hier der Showdown in Cajamarca 1532 durch Pizarro.)

Weiter besichtigten wir u.a. das eindrueckliche Grab des "Senor de Sipan" (Moche-Kultur, 100 v. - 700 n. Chr.) und das entsprechende Museum, wo es viel Interessantes zu den Gewohnheiten und Goettern der Moche zu lernen gab. Mitbegraben (siehe Bild) wurden auch die Frauen des Senor sowie der Waechter (ohne Fuesse, damit er sinnbildlich nicht davongehen kann) und eine Person, welche von aussen in die Grabkammer schaut. Vorab wurde denen wohl ein Gifttrank verabreicht. (Vielleicht aus San Pedro Kaktus; dann hatten sie es sicher noch lustig die letzten paar Minuten). Ueberrascht haben mich die fortschrittliche Bauweise und Verarbeitung von Metallen (Gold, Silber, Kupfer).

Die Gruppe bestand neben uns mehrheitlich aus Peruanern, die schlimmer zu hueten sind als ein Sack Floehe oder die Guggenmusik Rigigusler! Dauernd rannte einer weg, um Essen zu kaufen oder vor der x-ten Mauer zu posieren. Amuesant, aber man kam kaum vom Fleck.

Auf den Spuren der Prea-Inka-Kulturen Teil II - Chachapoyas Umgebung
Am selben Abend verabschiedete ich mich von Claudia und Christian, um nach Chachapoyas (2'300m), ein herziges Staedtchen aus der Kolonialzeit und Pforte zum im Osten liegenden Dschungel, weiterzuziehen. Viel geschlafen habe ich nicht, da ich den fast einzigen Schnarcher des Buses neben mir hatte! Zum Glueck lief der tolle Film "Snow Buddies", ein Kinderfilm, der von zwei Hunden handelt. (Ich frage mich: Wenn schon illegal herunterladen, warum dann nicht auch mal was Gutes? Wer sucht die Filme aus? Warum?)

Nach 9 Stunden Fahrt lernte ich beim Aussteigen Jakob, einen 24-jaehrigen daenischen Anthropologiestudenten, kennen, mit dem ich die folgenden vier Tage grossmehrheitlich unterwegs war. Ich hatte eine super Unterkunft reserviert ("Casa Vieja" - es gab sogar eine Badewanne), weil ich ja schliesslich den ersten August feiern musste. Leider habe ich kein CH Gspaenli zum Anstossen gefunden, aber fuer solche Faelle gibt's ja den Flachmann. Uebrigens waere Chachapoyas um diese Zeit auch in Feststimmung gewesen, wenn die Feierlichkeiten nicht aufgeschoben worden waeren wegen der Schweinegrippe. (Die Hysterie geht weiter.)

Am Samstag besichtigten wir Kuelap (ca. 3'000m), die Ruinen einer Stadt aus der Zeit der Chachapoyas-Kultur, die 900-1100 n. Chr. erbaut und 1843 wiederentdeckt wurde. Teile der Ruinen sind noch mit Baeumen ueberwachsen. Auch diese Bauten erstrecken sich ueber 1km, und es sind Ueberreste einer neuen Stadtmauer sichtbar, welche im Bau gewesen sein muss, als 1470 die Inkas kamen und diesen Plaenen den Garaus machten. Besonders ins Auge sticht die zirkulaere Bauweise der Haeuser, welche vermutlich mit der Religion der Chachapoyas in Zusammenhang steht (Sterne, Sonne, etc.).

Sonntags war ich mit einem oesterreichischen aelteren Ehepaar, Luz, einer Tourismusstudentin aus Trujillo, und unserem einheimischen Fuehrer Trojelio auf Wanderschaft in Karajia (benannt nach einem Vogel), wo es in Felsen gebaute Sarkophage aus alten Zeiten zu bestaunen gab, und danach im Pueblo de los Muertos, Ruinen von ebenfalls in Felsen gebauten Haeusern, die nur von innen geoeffnet werden konnten (d.h. das Dach muss aufgesetzt worden sein, nachdem eine Person eingeschleust worden war - schrill, oder?) und ueber deren Zweck man sich noch uneinig ist.

All die erwaehnten Orte liegen rund 2 Autostunden von Chachapoyas weg, so dass wir jeweils genug Gelegenheit hatten, die malerische Landschaft um den Rio Huallcabamba, der spaeter in den Maranon, seinerseits Zubringer des Amazonas, muendet, zu bewundern. Die Fahrten waren sogar relativ angenehm, da sie teilweise auf nigelnagelneuen Strassen verliefen. (Generell sind die Strassen in Peru einiges besser als jene in Ecuador.) Spannend war es auch, durch die Bergdoerfer zu fahren und die Lebensweise der indigenen Bevoelkerung zu beobachten, die vielfach in Lehmziegelhuetten mit Naturboden wohnen (allerdings mehrheitlich mit Giebeldaechern, teilweise sogar mit Ziegeln anstatt aus Wellblech wie sonst - immer wieder frappant, was ein Giebeldach fuers Bild ausmacht), zusammen mit Huehnern, Schweinen, etc. In diesem Zusammenhang hatte ich die Gelegenheit, ein Scheisshaeuschen zu besuchen, das seinen Namen noch verdient... Die Leute leben v.a. von der Landwirtschaft. Mit einfachsten Hilfsmitteln wie Sicheln, Eseln und Pferden werden Mais, Mote (Riesenmais), Kartoffeln usw. angebaut, geerntet und transportiert.

Auf dem Rueckweg gab mir Luz mit ihrem iPod einen Einblick in die zur Zeit angesagte latino Musik, und abends gingen wir alle zusammen, inkl. Jakob, essen. Zum Dessert gab es einen feinen Flan. (Ansonsten klappere ich weiter standhaft saemtliche Baeckereien ab auf der Suche nach Konfituerehaltigem.) Wir Jungen gingen danach noch weiter auf einen Umtrunk - Pur Pur, Chuchuhuasi und noch irgendwas haben wir getrunken, Likoere aus einheimischen Fruechten. Pur Pur hat mir am besten geschmeckt.

Am Montag haben wir nichts gemacht - ein bisschen im Park rumgehangen und durch Chachapoyas gelaufen, bis Luz den Nachtbus nach Trujillo nahm. An jenem Abend genehmigten Jakob und ich uns dann noch einen Pisco Sour, den typischen Cocktail aus Pisco (so eine Art Brandy), Eiweiss, Jarabe de Goma (irgendein Sirup) und Limettensaft.


Den Chachapoyas Abschluss machte am Dienstag eine schoene Wanderung durch den Urwald zum Gocta-Wasserfall (771m, 3. hoechster), die wir mit Sergio, der auf der mexikanischen Botschaft in Lima arbeitet, und Leoncio, einem Einheimischen, bestritten. Auf dem Foto Sergio und Jakob mit Wuarapo, 2 Tage fermentiertem Zuckerrohrsaft. Danach trennten sich Jakobs und meine Wege - er ist inzwischen im Dschungel auf dem Weg nach Iquitos (von dort koennte man auf dem Amazonas weiter nach Manaus fahren), und ich nahm wieder einen Nachtbus nach Trujillo; die Fahrt sollte laenger dauern als geplant...

Auf den Spuren der Prea-Inka-Kulturen Teil III - Trujillo Umgebung
12 agseit, 18 gmacht - Differenz 6. Dies die Stundenbilanz der Busfahrt, nachdem wir an einer Stelle 5 Stunden warten mussten, bis Lastwagen aus dem Matsch der Naturstrasse gezogen worden waren und der Weg fuer uns (und eine Schlange anderer Fahrzeuge) wieder frei war. Das hat wirklich an der Geduld gezehrt. Zum Glueck hatte ich einen netten Chico aus Trujillo neben mir, mit dem ich etwas laestern konnte :-) Der Vorteil war, dass ich so mehr von der Landschaft mitkriegte - Wueste mit wenig Bueschen und gelegentlich Zuckerrohrfeldern und anderen gruenen Abschnitten in der Naehe von Fluessen. Der Strassenrand teilweise gesaeumt von Abfall, teilweise von Lehmhuetten mit Wellblechdaechern, die oft nur mit einigen Steinen beschwert sind, teilweise von beidem. Mittags um 2 kam ich endlich im Hostal Colonial an, in dem Luz arbeitet und netterweise bereits fuer mich vorgesorgt hatte! Die folgenden 1.5 Tage waren voller Action, so dass ich kaum zum Essen und Interneteln kam, geschweige denn zum Lesen des Buches, das ich im Tausch gegen meins von Jakob bekommen hatte.

Ich ging ein wenig die Stadt besichtigen (der Kern im Kolonialstil ist superschoen!), wo ich auf Jorge traf, der mich freiwillig ein wenig herumfuehrte, dann Geld wechseln (hatte noch Dollars, die die Bank in Chachapoyas nicht nehmen wollte, weil sie so aussahen, wie wenn sie schon von einer Kuh durchgekaut gewesen worden waeren; der Typ in der Wechselstube in Trujillo wollte eigentlich auch nicht, aber weil Jorge sein Freund ist, machte er das ausnahmsweise fuer mich), dann warteten schon Luz und Yesenia, die ebenfalls im Hostal arbeitet, auf mich, woraufhin wir ein koreanisches Konzert besuchten, welches seine Eroeffnung durch den koreanischen Botschafter vor Ort und seinen Abschluss in der koreanischen Version von EL CONDOR PASA (!!!) fand. Danach brauchte ich den Pisco dringend.

Die Tour am naechsten Tag habe ich dann umsonst gekriegt - gracias, Luz! Und zwar war es ein weiteres Zeugnis der Moche-Kultur, Huaca de la luna, eine 5-stoeckige Pyramide wenig ausserhalb Trujillo (daneben liegt Huaca del Sol, 11-stoeckig, leider geschlossen und grossmehrheitlich zerstoert durch die Spanier auf der Suche nach Grabschaetzen - urspruenglich immerhin die groesste von Menschen geschaffene Struktur der westlichen Halbkugel) mit sehr gut erhaltenen Fresken und Reliefen. Danach Chan Chan aus der Zeit der Chimu (nach den Moche). Nach einem kurzen Abstecher nach Huanchaco, einem nahegelegenen Surferdorf, ging es zurueck ins Hostal und ab Dessert essen: Mazamorra y arroz con leche - die Revanche fuer die Berliner (!), die ich den Maedels mittags gebracht hatte, nachdem sie mir im Supermarkt ins Auge gestochen worden waren. (Zwar keine Konfi drin, sondern Vanillecreme, aber da kann ich mich nun wirklich nicht beschweren.) Danach brachten mich die Maedels noch an die Bushaltestelle, wo ich um 21 Uhr den Bus nach Huaraz bestieg. Das war zum Glueck die letzte Nachtbusfahrt fuer eine Weile.

Schoene Aussichten
Seit gestern frueh bin ich also in den Bergen (3'000m) und habe wieder eine tolle Unterkunft (um die sich natuerlich auch die Maedels gekuemmert hatten) mit herrlicher Aussicht auf die Cordillera Huayhuash und die Cordillera Blanca. Nach intensivem Kulturprogramm werde ich mich nun wieder der Natur widmen; Wandern in der Cordillera Blanca ist angesagt! Morgen oder uebermorgen gehts los auf den 4-taegigen Santa Cruz Trek - ich bin gespannt! Danach werde ich nach Lima fahren und von da nach Cusco fliegen, so zumindest der Plan.

Uebrigens probiere ich weiter fleissig die typischen Getraenke, z.B. Chicha Morada (Saft aus violettem Mais, mit Zucker, Ananassaft und Zimt - lecker!) und Inca Kola, das aus Zitronengras gemacht wird und ungefaehr wie ein fluessiger Schleckstengel schmeckt.

Ihr seht: Mir geht es gut, das Alleinreisen war bisher ueberraschend angenehm und lustig. Ich bin fast nie allein - dauernd lerne ich Leute kennen, so dass ich gar nicht dazu komme, ein Buch zu lesen oder weiter ueber Unterhosen und Aehnliches nachzudenken, geschweige denn welche zu kaufen. In Trujillo hatte ich es wirklich sauglatt mit den Maedels und Jorge, und gestern wurde ich auch schon wieder in den Ausgang geschleppt vom Mariza, Dani und Roberto (letztere sind die Soehne der Hostalbesitzer), die alle in Lima wohnen, gerade zu Besuch hier sind und die ich allenfalls in Lima wieder treffen werde. Anstatt also (endlich!) zu schlafen, kam ich morgens um 4 leicht angetaetscht im Hostal an...

Monday, July 27, 2009

Eating like a whale and headed for Peru with hair cut

intro feat. outro
this is my 2 dollar day: had lunch for 2 dollars with my new 2 dollar haircut I got this morning (see foto on the right - I've been away for quite a while, right?)! well, it's not quite the magic that "my Heidi" usually does, but the muchacha did cut it. have your ever tried to explain in a foreign language what type of haircut you want? there you are. not sure if it was that good of an idea (needs a more accurate inspection first), but sometimes you end up doing silly things when you have to kill time like I do now, waiting for the night bus to peru. anyway, I still have my cap with me which I can wear until my hair has grown again - or till the next hairdresser :-)
andrea left yesterday for australia whilst I took a flight from guayaquil to loja this morning. our 5 weeks in ecuador were great; we had plenty of fun doing and not doing stuff. looking forward to warming up the ecuador stories together once we're back home. my personal highlights when it comes to ecuador itself have been galapagos, the hiking around latacunga (quilotoa, iliniza, cotopaxi) and the whale-watching last week (see below).

the keypad I'm writing this on is quite dusty - la toma is not a busy town at all, just happens to be on the way south to peru. nearby loja and vilcabamba are places to stay and explore as the scenery is wonderful but I'm going to skip those and move on, otherwise I won't get to see bolivia in the end. more specifically I plan to spend the next 3-4 weeks in peru and then head for bolivia.

banos to puerto lopez
before we left banos last wednesday night we did a short hike up the hill to "la virgen de banos" and on to runtun, where there is a pretty nice spa hotel with great views over banos and the volcano tungurahua (around 5'000m). of course we ran into brigitte and martin, a swiss couple we had dinner with once in quito; brigitte went to the same spanish school in cuenca as andrea. after a tasty batido made of a local fruit I forgot the name of we descended, got our luggage, had dinner and took a bus at 7:30pm to ambato together with jill and dale, the english guys we'd had fondue with the night before. after a bumpy ride that allowed andrea to empty her stomach after about 5 minutes (ok, it seems it was the food or something, not necessarily the ride) we got the last four tickets for the overnight bus to manta. (nevertheless it wasn't a lucky strike - jill and dale got the two seats in the back that was overloaded with stuff so their seats were a bit more upright than necessary, while andrea and I had the seats right in the front where everybody went in and out at stops, and believe me: there were plenty!) the screen made us hope for a nice movie, but... we ended up with video clips of some latin american singer with medium length curly hair. (I'm glad I decided to take my ipod with me :-)) anyway, the relief came later when the guy put a DVD with michael jackson's best clips.

intermezzo regarding bus rides
buses are usually equipped with screens, which are sometimes on, sometimes not. if they are on, they usually show a film or clip where you can't possibly know the actors or people acting in it, e.g. silly kung-fu movies. (I remember that from 7 years ago in central america - I spent 170 hours in buses and saw exactly two movies where I knew the actors: the storm (acceptable) and total recall starring arnold schwarzenegger and sharon stone (how bad can it get?).) if there's nothing on the screen, there's definitely music. and sometimes there is music and movies altogether. doors, if there are any, are sometimes closed, sometimes left open. rides are bumpy. the bus stops at every corner, but still the stops seem random as there is usually no sign of a bus stop whatsoever. I also wonder how people in the bus communicate they want to get off. (I'd already wondered 7 years ago.) nicest are the bus rides where people get on after buying fish at the local markets. and everytime the bus stops there is at least 6 guys coming in twice to sell something to eat. it can be fun though, especially if you are not in a hurry...

puerto lopez
we arrived in manta early thursday morning and took the next bus to puerto lopez, another 2.5 hours driving past fancy trees which kind of looked naked, without leaves but blossoms (?) of intense red, yellow and white color. at about 11am we finally arrived in this small, laid-back fishing village (jep, you can smell it) and found a room for 4 at the hostal sol inn, a bamboo-hammock kind of place. right outside the hostal I ran into noortje, a dutch girl (also from andrea's school in cuenca), so we met up with her after dinner for a couple of drinks at the beach. the next day we went whale-watching; puerto lopez seems to be one of the best places in the world to see humpback whales (around 12-15m long), and right now it's high season. what can I say? they are really BIG, wow! and there were quite a few. it was a great experience. funny enough, we naturally met max, the american, on our boat trip - again.

nevertheless I have definitely seen boat trips for a while. thanks to stugeron I however felt more or less fine. dale on the contrary not that much. (it seems like people have vomited a lot right next to me recently.) now I have to state a sad truth in case you haven't been aware so far: people have ugly feet and toenails! also that I've had enough of now after all the days on galapagos' and puerto lopez' beaches. @muesel: waer wuerklich hert fuer dich da.

the afternoon was spent at the beach, and later we all felt like we had deserved a nice dinner at the whale cafe. this is where the big hunger came over me (this might be a little disgusting now, I apologize): I ate my own meal (chicken stir fry, tasty and with more vegetables than I'd probably eaten the past two weeks), half of andrea's (the greatest thai noodle dish), a milk shake and a brownie. it was a little surreal, and the others were a mix of surprised, amazed, scared and amused. I don't know, but I felt surprisingly fine after it and comparatively happy, considering the fact that I still hadn't found any dessert with jam in it.

puerto lopez to guayaquil
on saturday we said goodbye to jill and dale (I might meet up with them in peru or bolivia if the timing is right) and took a bus to jipijapa (cool name) and from there to guayaquil. we had called the elder lady whose place we had stayed at 4 weeks before (way to galapagos) various times, left messages and finally had got someone else on the phone which confirmed there was room for us to stay a few nights. when we got there however it turned out that the lady on the phone had misunderstood - there was a french woman named helene (spanish "helena") staying for the same night before flying to france, and the lady had thought it had been her who called, while I had asked for "maria helena", the lady owning the place. turned out maria helena had left for chile. anyway, this is how uncomplicated and relaxed people here are: the lady (carmen) moved quickly out of her room, the french woman (helene) moved into that one, we were left with our "old" two bed room and the chico that was around (apparently carmen's nephew) slept on the couch. got it? so everybody is having a good time in maria helena's appartment while she is down in chile. yesterday afternoon another elder lady (carmela) arrived and will be staying this week. (want to now where? easy: after helene left on sunday carmen moved back into her old room, andrea and I stayed in ours and the chico slept in maria helena's room. the new elder lady carmela spent yesterday monday night in maria helena's room while the chico slept... uhm, I don't know where. guess on the couch or in carmen's room? :-))

the city was crazy celebrating guayaquil's foundation (july 24./25.), thousands of people in las penas, strolling (fighting...) along the malecon (fireworks), nearby streets and up the cerro santa ana. therefore helene, andrea and I almost couldn't get food at the malecon on saturday night and were glad when we got home with a beer and sprite. sunday we had to run some errands in various shopping malls, and this is where I unexpectedly found... spitzbuebe and other pastry!!! the spitzbueb was not that good (taste, texture), but the other dessert you see down to your right was so good I had to post it here. sunday night we prepared our own dinner (first time) and went for a few drinks up the cerro santa ana, one of guayaquil's hills featuring bars, restaurants and a nice view over the city.

yesterday we both sent a parcel to switzerland, and we are wondering if and how they arrive - it's not easy to wrap stuff in ecuador, even if it's the central post office of a 2.x million city! to make the parcels a bit stronger we bought scotch tape just outside the post office and plastified them. after this I wanted to change money for peru. after stepping into 4 banks, each referring me to the next one, we arrived at the banco internacional. the guard at the door however told me I couldn't change dollars into sol in the bank and referred me to the guy with the alcohol breath right next to the door. and imagine, he had sol to change! but not enough, so he referred me to another guy which we found in the next door phone booth agency (or whatever you call a place in english that has phone cabins), and this guy eventually changed my 60 dollars into 180 authentic soles (I checked). so I should be good :-)

well, that's pretty much it. after spending the rest of yesterday alone after andrea left, I took a domestic flight to la toma airport (near loja in the south of ecuador towards the border with peru) this morning (tuesday), and the nearby town described above is where I continue to kill time...

write to you next time from peru!

Tuesday, July 21, 2009

Wandervoegeln die Zweite mit Happy End in Banos

Nach dem letzten Blogeintrag ging es wie erwaehnt ran an die Lisa resp. den Iliniza Norte. Unser Guide Juan (wir hatten eine 5-Tages-Tour gebucht: Iliniza Norte und Cotopaxi) holte uns im Hotel Rodelu (super empfehlenswert) in Latacunga um 2 Uhr nachmittags ab, und los ging es ueber die Panamericana und danach etwas holpriger nach El Chaupi, ein kleines Kaeffchen auf dem Weg zu den Ilinizas. Dort bezogen wir Quartier im Hostal La Llovizna, das eigentlich cool eingerichtet ist, aber doch etwas kuehl war. (Ich habe mich schon oft gefragt, wie es die Leute hier monatelang aushalten bei Schweizer Herbsttemperaturen ohne Heizung.) Natuerlich sind wir wieder mal abends um 8 ins Bett (und wir waren mit Abstand die letzten), da bereits muede und Morgenapell auf 5 Uhr angesagt war. Nach Fruehstueck und Holperpiste (die vielen Naturstrassen sind unglaublich schlecht) gelangten wir zum Parkplatz auf rund 3'900m. Von da gings zu Fuss durch die schoene Andenflora (paramo) 2 Stunden bergauf bis zum Refugio auf 4'600m. Auf der Hoehe waechst dann nicht mehr viel, und es wird eisig. Nach kleinem Imbiss und kurzem Warten darauf, dass die Sonne das Eis auf dem Weg noch etwas aufschmelzen wuerde, stiegen wir weiter den Iliniza Norte hoch. Die Route wurde jetzt relativ steil, felsig/steinig und beinhaltete viele Kletterpartien, bis wir nach weiteren 2:20h auf dem Gipfel ankamen (5'126m)! Es war ein tolles Gefuehl, da oben zu sitzen (am besten steht man nicht und haelt sich gut fest...) mit Ausblick auf den Iliniza Sur (schneebedeckt), Cotopaxi (natuerlich schneebedeckt) und das Hochland. Wegen dem starken Wind und den doch sehr steilen Aussichten zogen Andrea und ich es vor, das Mittagessen auf spaeter zu verschieben :-) Auch ein Schluck von Greter Wisels Zwetschgen aus dem Flachmann blieb uns verwehrt, da ich ihn schlicht vergessen hatte :-( Ach ja, auf dem Foto jetzt endlich mal Andrea fuer jene, die sich schon gewundert hatten, wen das "wir" noch beinhaltet! Der Abstieg dauerte rund 1.5 Stunden und machte uns nicht ganz so viel Spass wie der Aufstieg, denn der Grossteil musste auf Sand zurueckgelegt werden und dementsprechend teilweise "uf em Hosebode". Wieder beim Parkplatz angekommen, waren wir supergluecklich und goennten uns unsere wohlverdienten Oepfelringli, nach denen wir inzwischen suechtig geworden waren (Juan auch). (Seit letzten Sonntag haben wir uns aber zusammengerissen und keine mehr gekauft.)

Den Rest des Nachmittags sowie den folgenden Tag verbrachten wir in der ganz tollen Unterkunft Chilcabamba in der Naehe des Cotopaxi Nationalpark. Reno, der Besitzer, war mit einer Schweizerin verheiratet und hatte uns bereits eine Woche zuvor in der Agentur in Quito mit einem flotten "Gruezi wohl" begruesst - Heimat! Wunderschoen gelegen im Hochland inmitten von Huegeln, Bergen, Kuehen und Herden von wilden Pferden liessen wir es uns gutgehen bei feinem Essen (siehe auf dem Foto rechts von mir Diomedes, der Koch), tollen Betten mit richtigen Decken, Kartenspielen ("Quarenta" heisst das ecuadorianische Spiel) und Duschen mit heissem Wasser. Einen 3-stuendigen Rundmarsch zu einem Wasserfall vertrug ich dann auch noch, denn Muskelkater oder sonstige Beschwerden hatte ich keine. (Inzwischen war uebrigens die Verdauung auch fast wieder so ok, dass sie den Namen verdiente.)

Hier nun ein Intermezzo zu Juan (auf dem Foto links von mir): Wir hatten's sehr lustig mit Juan, dem 44-jaehrigen ex-Tanzlehrer, ex-Stripper (ok, er hat es nur 5 mal gemacht und gemaess Eigenaussage nie das volle Programm) und ex-Bodybuilder (er war mal Vize Mister Pichincha oder so), der seit 23 Jahren Guide ist und nach dem 200. Mal Cotopaxi (vor rund 2 Jahren) aufgehoert hat zu zaehlen... Nach Beziehungen mit einer Deutschen (fast geheiratet) und einer Schweizerin (nicht ganz so nahe dran) ist er nun verheiratet mit einer 29-jaehrigen Ecuadorianerin und hat ein Kind. Deshalb will er sich zukuenftig auch ein neues Standbein aufbauen, und zwar so eine Art Wohlfuehloase in der Naehe von Quito. Natuerlich konnte ich mich nicht zurueckhalten mit kreativen Slogans fuer die Oase und hoffe, dass der eine oder andere Teil umgesetzt wird, haha. (Meiner Erfolgsquote betreffend Kindernamensgebung fuer angehende Eltern zufolge wird wohl nichts daraus...)

Am Freitag verliessen wir Chilcabamba Richtung Cotopaxi. Die Holperpiste fuehrte durch den wunderschoenen gleichnamigen Nationalpark bis auf 4'500m. Von dort ging es ca. 45 Minuten im Vulkansand steil hoch zum Refugio auf 4800m. Man kommt also schon ins Schnaufen auf der Hoehe bei der Steigung, kann ich sagen. Das Refugio selbst vermittelte nicht wahnsinnig viel Huettenzauber, denn dazu haette es ein Feuer im Ofen gebraucht. Wir stellten uns daher bereits auf kuehle Stunden bis zum Aufstieg ein. Zunaechst gab es Abendessen (um ca. 15 Uhr), danach legten wir uns hin, bis uns Juan weckte fuer einige Trockenuebungen zum Thema Abseilen; das war sicherlich der lustigste Teil des Cotopaxi-Abenteuers, abgesehen von einigen hysterischen Lachanfaellen, die wohl durch die etwas duenne Luft kombiniert mit der Aussicht darauf, dass ich einen Esel mit weichem Haar kuessen wuerde bei allfaelliger Cotopaxi-Bezwingung ("burro con pelo suave" - wir streiten uns immer noch, wessen Idee es war; jedenfalls war Andreas urspruenglicher Vorschlag, dass ich einen Ecuadorianer kuesse, was, wie ihr wisst, mir eventuell schwerer fallen wuerde als "der Esel" :-))), hervorgerufen worden waren. Nach weiteren paar Stunden Gedoese im Schlafsack in Vollmontur (dicke Thermounterwaesche, Hose, langaermliges Shirt, Fleece, Jacke, Kappe, Handschuhe) standen wir um Mitternacht auf und fruehstueckten. Andrea entschied sich spontan dafuer, auf einen Aufstieg zu verzichten, so dass ich mich mit Juan irgendwann nach 1 Uhr morgens mit Stirnlampe, Steigeisen und Eispickel allein auf dem Weg machte. Die ersten 1.5 Stunden oder so stiegen wir im Vulkansand auf, bis wir zum Gletscher kamen und die Steigeisen montierten. Es ging steil weiter, bis ich auf rund 5'400m beschloss, nicht weiter aufzusteigen. Es ging mir zwar gut, hatte keine Probleme mit der Hoehe, aber es war mir einfach zu steil, so dass mir der Aufstieg keinen Spass machte und ich dementsprechend keinen Sinn darin sah weiterzumachen. Um 5:30 Uhr waren wir zurueck im Refugio, legten uns nochmals etwas hin und stiegen um 9 Uhr runter zum Parkplatz. Meiner Ansicht nach besteht die Herausforderung beim Cotopaxi weniger in der Hoehe oder den zu machenden Hoehenmetern (ca. 1'100m - von 4'800m auf 5'897m), sondern in der konstanten Steigung von ca. 50 Grad, die sich fast ohne Unterbrueche durchzieht. Da muss man einerseits fit sein und es andererseits - und v.a. das - wirklich wollen. @Andrea T.: Chapeau! Wie dem auch sei, es war trotzdem ein tolles Erlebnis, so hoch oben zu stehen und auf das naechtliche Lichtermeer von Quito zu blicken. (Viel verpasst scheine ich in diesem Fall nicht zu haben - die anderen haben mir erzaehlt, dass man von oben leider nichts gesehen habe wg. Wetter, und sie kehrten stark eingeeist zurueck.)

Nach ca. 1 Stunde "Ritt" durch den Nationalpark (wir nahmen noch Max aus New York mit, einen 19-jaehrigen Verrueckten, der ohne Akklimatisierung 3 Tage (!) im Refugio mit starken Kopfschmerzen verbracht hatte und in derselben Nacht den Cotopaxi bestieg) kamen wir wieder in unserer Basisstation Latacunga an. Latacunga hat mir uebrigens bislang von allen Orten mit Abstand am besten gefallen - die Stadt hat einfach einen guten Vibe! Als Abschluss unserer Tour assen wir mit Juan zu Mittag "chugchucara", ein ortstypisches Gericht, welches potentiell direkt zum Herzinfarkt fuehrt (so stehts im Lonely Planet, und so ist es auch): Gebratene Stuecke Schweinefleisch, gebratene Bananen, fritierte Schweinehaut (schmeckt aehnlich wie Snacketti), mote (eine Art gekochter Riesenmais), Kartoffeln, geroesteter Mais, Popkorn und Kaesetaschen :-) Dazu natuerlich Cola, damit's auch stimmig ist. War jedenfalls gut und, wie ihr euch vorstellen koennt, fuellend. Samstag war uebrigens auch der erste Schlechtwettertag, den ich hier erlebt habe. Chasch also nuet saege. Foto rechts: Cuy (Meerscheinchen) - immer noch nicht probiert.

Am Sonntag verabschiedeten wir uns von Latacunga (sniff!) und der einwoechigen Askese (kein Tropfen Alkohol und den Rest koennt ihr euch ja vorstellen) und nahmen den Bus nach Banos, wo wir uns seither von der Wanderwoche erholt haben - Riferrafting auf dem Rio Pastaza am Montag, baden im heissen Vulkanwasser und Curry abends im Casa Hood, Caiphi im Park gestern und entspannende Abrundung des Tages mit Rueckenmassage und Fondue im Swiss Bistro (sind dem Tip von Annina Kradolfer gefolgt). Die Welt ist uebrigens sehr klein, wie immer - am Sonntagabend haben wir Max im Resti angetroffen, gestern im Swiss Bistro waren wir zu viert mit Jill, die wir auf dem zweiten Boot auf Galapagos angetroffen hatten, und ihrem Ehemann Dale, einem Paar aus England. Weiter muss ich noch erwaehnen, dass wir es die Tage geschafft haben, erst um 23 Uhr zu Bett zu gehen und nicht vor 8 Uhr aufzustehen.

Heute Abend (Dienstag) geht's nun wieder an die Kueste; Ziel ist Puerto Lopez - Whale-watching ist angesagt! Dies wird dann auch der Abschluss des Ecuadorteils meiner Reise sein. Naechste Woche mache ich mich mit etwas gemischten Gefuehlen auf nach Peru - einerseits freue ich mich auf neue Abenteuer und Eindruecke, andererseits werde ich von da an alleine unterwegs sein, was mich etwas weniger freut. Aber wie geschrieben: Die Welt ist klein, und ich bin optimistisch, dass ich da den einen oder anderen lustigen Menschen treffe, mit dem ich ein Stueck reisen kann.

Ich hoffe ihr geniesst den Sommer, nachdem es nun wieder etwas waermer ist.










Tuesday, July 14, 2009

Wandervoegel auf Hoehenflug

intro
"s'isch oeppe ziit zum ligge" hat inzwischen "no es mi culpa" abgeloest - seit galapagos schaffen wir es kaum mehr, nach 10 ins bett zu gehen und nach 7 uhr aufzustehen. ich hoffe, dass die neue routine meinen "alten" lebensstil nicht nachhaltig aendert 8-)

quito
in quito haben wir nicht wahnsinnig viel gemacht letzte woche - wie erwaehnt hatte ich einige magen- und darmprobleme (magen inzwischen i.o., verdauung noch nicht so ganz - sollte ich vielleicht mal wieder einen ordentlichen schluck von greter wisels zwetschgen aus dem flachmann nehmen?), so dass sich unser sightseeing auf donnerstag beschraenkte; wir schauten uns die altstadt an, die wirklich sehr nett ist fuer lateinamerikanische verhaeltnisse, und nahmen die gondelbahn auf den hausberg pichincha, von wo aus wir die aussicht auf quito genossen. die bahn geht bis 4'100m, danach kann man noch bis ganz nach oben wandern (4'800m), was wir aber aus genanntem grund unterliessen.


quilotoa loop
am freitag fuhren wir weiter nach latacunga, was wie quito auf 2'800m liegt und ein guter ausgangspunkt fuer wanderungen ist. samstags machten wir uns fruehmorgens auf in die berge nach quilotoa (3'800m), wo wir den vulkankrater mit der bekannten laguna de quilotoa umwanderten. die aussicht da oben ist wirklich traumhaft - nicht nur auf den krater und den kratersee, sondern auch auf die umliegenden huegel und berge; selbst den cotopaxi hat man von da aus im blick. auf dem weg begegneten uns diverse hunde und stiere, welche uns den durchgang verweigern wollten, weshalb ich mich genoetigt fuehlte, einen stecken zur selbstverteidigung an mich zu reissen (siehe foto). nach etwa 5 stunden wanderung bei schoensten wetter kamen wir wieder in quilotoa an und organsierten uns ein camioneta-taxi (so eine art alpen-pickup) nach chugchilan, einem kleinen doerflein auf 3'200m - ca. 1 stunde holperpiste. die unterkunft cloud forest war super-nett, mit kleinem ofen im zimmer, der nach einbruch der dunkelheit von einem jungen maedel mit holz und kanister ordentlich eingefeuert wurde! essen war auch super (suppe, von jose selbstgemachte pizza und eis), so dass wir pudelwohl naechtigten. am sonntag wanderten wir weitere 5 stunden von chugchilan zurueck hoch nach quilotoa, zuerst runter durch einen canyon und dann einige stunden bergauf. dabei kamen wir an huetten, haeusern und kleinen doerflein (weilern) sowie einheimischen vorbei, deren bunte kleidung der wunderbaren gruenen und gelben landschaft einen herrlichen kontrast setzten. in quilotoa legten wir uns dann in die sonne (wenn die sonne scheint und der wind nicht geht, ist es durchaus warm, ev. so um die 12 grad vielleicht?), bevor wir unsere einfache unterkunft direkt am krater bezogen. geschlafen haben wir in voller montur (kappe, handschuhe, thermounterwaesche, etc.), bevor wir gestern vormittag mit dem schulbus wieder runter nach latacunga kamen.


und dann...
heute nachmittag geht es nun weiter richtung el chaupi. wir wollen morgen den iliniza norte hoch (5'100m) und versuchen am samstag den cotopaxi (5'900m)... akklimatisiert sein sollten wir bis dahin genuegend - kann dann also nur noch an der kondition oder dem wetter liegen :-) drueckt uns die daumen!

Tuesday, July 7, 2009

Michael Jackson is alive and Galapagos rocked - now in Quito

after 10 exciting days we arrived in quito on monday and, thanks to chinese food for dinner and italian for breakfast (we slept in...), we just escaped a rice poisoning :-) unfortunately it didn't last for long - spent yesterday in bed after a busy night in the bathroom... but let me start in cuenca where I left off:

entertaining last night in cuenca
isn't it funny how people of the same kind automatically gather, no matter where it is? such happened in cuenca in a bar named "zoociedad". even though I like word plays I should have noticed that this would be a place where "social" people meet. (you could actually smell it aleady a few meters away from the entrance.) people wanting to make the world a better place like this one austrian guy, probably 18 years old. (jenny, a german girl in our group, persistently refused to accept his potential german origin.) he and his girlfriend (or maybe bff) surely had decided to travel and change the world at best with the help of a guitar and extraordinarily subtle song texts... it was good entertainment though. have you also ever wondered what it smells like when a guy with a huge rasta mane takes off his turban?

facing death on the way to guayaquil (not too exagerated in fact)
the next day andrea and I took a minibus to guayaquil, the largest city in ecuador (2.3 mio people), right at the waterfront in the southwest. the first part of the drive was ok, up the mountains to an altitude of about 4'200 m. the descent however was probably the most horrible I've been through. it's quite obvious how hundreds of people die annually on ecuador's streets. this guy had his brains up his ass for sure, driving through fog and around curves at high speed, passing other cars and lorries right before and in curves. but getting off the bus would not have been a solution either since you would have been run down anyway by the next car. I wonder why cars here even have indicators? anyway, I'll be trying to avoid similar experiences in the future (fan of domestic flights!) and we were really glad when we arrived in guayaquil alive. a taxi took us to our accomodation right in the city centre, where an elder lady in a super fancy appartment hosted us. together we paid our tribute to michael jackson (he is alive!) and went for a stroll along the malecon afterwards - probably the saftest place in guayaquil as there are like a hundred or so guards watching it...

galapagos - mea culpa
our flight to galapagos was saturday around noon, and two hours later we arrived in san cristobal, one of several islands building the galapagos archipel. this is where we saw and smelled our first sea lions (no-one ever mentions that they pee and poop on the beach :-)). on sunday we went snorkelling/diving with victor, the owner of a local dive shop and school, his dog chachi and a few other guys. we met up with them again at night for food, drinks and pool.

on monday we embarked on our 8-day journey with the "princessa de galapagos", a yacht with space for 16 passengers. the crew was very likeable as was the group of passengers from spain, italy, germany and israel. the food on board was very good, and I contribute it mainly to stugeron (medication against sea sickness) that I could keep it all :-)


the trip was a dream - it's really like they show in advertising: you see tons of colorful fish while snorkelling, you can swim with sea lions, bizarre landscapes, all kinds of birds, penguins, giant turtles, ... we usually got up at 6:30 am, had breakfast and a dry or wet landing, followed by either snorkelling or a walk on the island, marvelling at fauna and flora. the rest of the day was spent with more snorkelling, navigations and more walks. but see the pictures.















the only downside of the trip was that we had to change boats on our fourth night unexpectedly, which isn't necessarily a hassle if the according arrangements are made/ taken care of by the operating company. that however was not the case. the announcement was made in the late afternoon, and by midnight we had left our old boat and nice passengers in exchange for a lower standard boat run by a horny crew. there were two other girls (thereof one married, the other one in a relationship) and a danish couple on board. the girls where very glad we joined the group as obviously the crew had been heavily hitting on them the whole week. the new itinerary did not really fit into the former one, resulting in the fact that we did not get back to san cristobal for our flight back to quito. but it did not seem to bother anybody. (therefore our new favourite slogan: "No es mi culpa.") we eventually learned monday morning (!) if, how and when we would make it to quito the same day as planned. anyway - galapagos is a must and a once in a lifetime experience. just don't book a tour with galasan (we have met quite a few other people that had similar issues).