Huaraz - Santa Cruz Trek
Nach dem letzten Blogeintrag musste ich mich noch einen weiteren Tag gedulden, bis ich den Santa Cruz Trek starten konnte (nicht genuegend Leute fuer eine Gruppe). Ich nutzte die Zeit
, um wieder mit Dani, Roberto und ihren Freunden in die Disco El Tambo zu gehen und ein bisschen herumzutaenzeln. Roberto ist einiges groesser als der Durchschnittsperuaner, so dass ich mir dabei nicht mal allzu bloed vorkam. (Ich habe ja immer Angst, dass die Leute gar nicht merken, dass ich da Paartanz betreibe; so klein sind die Peruaner.) Irgendwann um jenes Wochenende herum konnte ich auch meinen 9-Tage-ohne-Pollo-Rekord feiern!
Montag frueh holte mich Abel, unser Guide, gleich vor dem Hostal ab, und wir fuhren in einem Minibus nach Yungay und von da weiter die Berge hoch ueber einen Pass und dann wieder runter auf 3'700m, wo unser Trek offiziell startete. Wir waren eine glatte Siebnertruppe: Nerea und Rocio aus Barcelona, Carine und Ludo aus Lyon, Yan und Olga aus Jerusalem (eigentlich Russen) sowie ich (und der Flachmann). Die Crew bestand aus Abel, Lucia (super Koechin - ihre Suppen werde ich nachzukochen versuchen) und Emilio, der sich um die Packesel, Zelte, etc. kuemmerte; ein Maedchen fuer alles quasi. Zunaechst wanderten wir an Doerfern, Kindern auf dem Schulweg, Frauen und Maenne
rn beim Dreschen (von Hand), Kuehen und Eseln vorbei, bis wir gegen Abend unser Camp auf 3'900m, an einem kleinen Fluss gelegen, erreichten. Ich hatte ein kleines Zelt fuer mich und den Flachmann. Nach einer kalten Flussdusche genossen wir ein herrliches Nachtessen mit Suppe (die Suppen in Peru sind einfach fantastisch), Hauptgang und Tee. Danach legten wir uns schlafen - in Vollmontur, denn der Himmel war klar (so klar habe ich die Sterne am Himmel selten gesehen) und die Nacht dementsprechend eisig kalt.
Morgens um 5:15h weckte uns Abel, und nach dem Fruehstueck und Cocatee zur Staerkung brachen wir auf mit dem Ziel, Punta Union auf 4'750m zu erklimmen. Bei Nieselregen wanderten wir durch die gruen-graue Landschaft, bis wir gegen Mittag bei Schneeregen den Pass erreic
hten und uns einen ordentlichen Schluck von Greter Wisels Zwetschgen genehmigten. Schade, dass die Sicht so schlecht war, dass wir die Landschaft nicht wirklich geniessen konnten. Im Laufe des Abstiegs jedoch verschwanden die Wolken allmaehlich, und als wir unser zweites Camp auf 4'200m erreichten, schien sogar die Sonne! Nach einem Snack mit Kafi Zwaetschge (kam sehr gut an) erkundeten wir etwas die Umgebung, immer in Acht vor den super aggressiven Kuehen (ich weiss wirklich nicht, was deren Problem war - eine wollte mich vom Fluss wegjagen, als ich mir die Zaehne putzte). Zu Essen gab es wieder eine Suppe, gefolgt von Lomo saltado (typisches Peruanisches Gericht mit Rindsgeschnetzeltem, Pommes, Zwiebeln, Tomaten und
Reis) - lecker! Um uns das Einschlafen zu erleichtern, erzaehlten Emilio, Lucia und Abel diverse Raeubergeschichten von Geistern u.ae. Danach getrauten wir uns nur zu dritt aufs "Klo" und erschraken mit halb heruntergelassenen Hosen gewaltig, als sich das Licht der Stirnlampe in zwei dunklen Kuhaugen reflektierte...
Am dritten Tag wanderten wir bei schoenstem Wetter zunaechst zu einem Gletschersee mit herrlicher Sicht auf die umliegenden 5'600-6'000er (u.a. den Alpamayo und den Berg aus dem Paramount Logo), spaeter am maeandrierenden Fluss und Lagunen entlang bis zu unserem letzten Camp auf rund 3'200m. An jenem Abend leerten wir den Flachmann und freuten uns langsam wieder auf eine warme Dusche.
Tags darauf wanderten wir nochmals rund 2 Stunden das S
anta Cruz Tal hinunter, an dessen Ende der Minibus auf uns wartete und uns nach Huaraz zurueckbrachte. Total 45 km hatten wir zu jenem Zeitpunkt zurueckgelegt. Zum Abschluss trafen wir uns alle zu einem Pisco Sour in der Stadt. Danach versuchte ich, Cuy zu essen; leider kann ich nichts zum Geschmack des Meerschweinchens sagen, weil ich kein Fleisch gefunden habe auf dem Teller. Ich werde es aber nochmals versuchen. (Cuy frito war scheint's eine schlechte Wahl - Cuy Picante soll ein bisschen reichhaltiger sein. Mal sehen.)
Ueber Lima nach Cusco
Am naechsten Morgen (Freitag vor 2 Wochen) nahm ich den Bus nach Lima - wow, diese Tag
esfahrt hat sich allemal gelohnt; so eine schoene Landschaft habe ich noch nie gesehen! (Inzwischen habe ich das noch ein paar weitere Male gesagt...) Es zu beschreiben waere etwas schwierig. Im Touriviertel Miraflores konnte ich in Robertos (Sohn der Hostalbesitzer in Huaraz) Wohnung, die er als WG vermietet, unterkommen. Mit Helena, einer Medizinstudentin aus Oesterreich, verfielen wir in eine Diskussion zum Thema Geschlechtskrankheiten im Dschungel von Peru, welche zwar interessant war, die ich danach aber mit einem Cider in einem Pub runterspuelen musste.
Tags darauf hatte ich einen Flug nach Cusco (1:20h - mit Bus 22h), wo ich gegen
Mittag im coolen Loki Hostal ankam. Gleich bei der Reception lernte ich Renate aus Schaffhausen kennen, mit der ich die naechsten drei Tage in Cusco herumtingelte. Gemacht haben wir nicht wirklich viel: Tour fuer kommende Tage organisiert, ausgeschlafen, ein wenig die Stadt erkundet (sehr nett, sehr touristisch), Souvenirlaeden abgeklappert, Suesses aus der Baeckerei gegessen (das Zeug war wirklich nicht schlecht, auch wenn keine Konfituere drin war), abends im einen oder anderen Loch einen Pisco Sour getrunken, uns ueber gewisse Party Animals im Loki lustig gemacht, die mit nackten Beinen in Stiefeln und Hot Pants (breiten Guerteln) rumliefen (heute geil, morgen inkontinent) und ueber Fasnacht und sonstige Festivitaeten zu Hause geschwaermt. Weiter durften wir beiwohnen, als eine Disco wortwoertlich dichtgemacht wurde - Polizei mit Schutzmontur und Schaulustige standen vor dem Eingang, der von zwei Arbeitern zugemauert wurde. Es waren lustige und entspannte drei Tage.
Inka Jungle Trek nach Machu Picchu
Am Dienstag (vor einer Woche) gings los mit dem Inka Jungle Trek, dem lockersten Trek
nach Machu Picchu. (Eigentlich wollte ich den strengeren Lares Trek machen, aber leider gab es nicht genuegend Interessierte fuer eine Gruppe. So ungluecklich war ich dann aber doch nicht, da ich die Woche zuvor eigentlich genuegend herumgewandert war und meine Fuesse immer noch etwas havariert waren.) Am Abend zuvor beim Briefing staunte ich nicht schlecht, als ich erfuhr, wer meine Gspaenli fuer die naechsten vier Tage sein wuerden: Cathrin, Sonja, Nora und Paul aus Karlsruhe, die ich Nachmittags in einem Internetcafe leicht verzweifelt beim Versuch, online einen Flug nach Buenos Aires zu buchen, vorfand. Small world, immer wieder.
Mit unserem Guide Henry fuhren wir morgens die Berge hinauf bis nach Abra Malaga, auf rund 4'300m gelegen. Von da sausten wir mit Bikes die Str
asse hinunter bis auf rund 2'000m, immer mit Ausblick auf Berge und das unter uns liegende Tal. Die Bikes waren mehr oder weniger ok - bei Cathrin fiel irgendwann mal die eine Radschraube ab, und Paul war leider noch vor dem Start durch einen richtig grossen Scheisshaufen gefahren. (Wir philosophierten noch den ganzen Tag darueber, woher so ein Riesenhaufen stammen konnte - und natuerlich, wie man den ueberfahren konnte, ohne es zu merken. Stellt euch vor, wie gross der war: Sogar die Bremshalterung war voll davon.) Es stank so haesslich, dass wir schnell losfuhren und Paul zum Schlusslicht verbannten. Oben hatten wir noch Vollmontur an und Bergzauber, waehrend uns unten Dschungelklima mit Moskitos erwartete. Die Nacht verbrachten wir in einem Hostal im Kaff Santa Maria auf 1'400m.
Am Mittwoch wanderten wir rund 20km mehrheitlich durch Wald, vorbei an Kaffee-, Papaya-, Avocado-, Mango-, Zitronen-, Orangen-, Limetten- und Bananenbaeumen, Kakaopflanzen, Baumwollstraeuchern sowie Cocapflanzen, teilweise auf dem original Inkatrail, nach Santa Teresa (1'700m), wo wir abends ein erholsames Bad in den Thermen geniessen konnten! Der Bezug der Unterkunft gestaltete sich dann interessant: Paul und Nora wollte man ein total verschimmeltes Zimmer
ueberlassen. Als sie sich beschwerten, wurde sogleich der Vanilleduftspray gezueckt - der behebt doch das Problem auf einfache Weise! Wir fanden das kommt wirklich nicht in die Tuete und bezogen eine andere Unterkunft. Nach dem Abendessen verschlug es uns in eine super Disco, wie schon die Entenlichtreklame auf dem Dach zu verhoffen liess :-) Die ganze Szene war eigentlich ziemlich schrott (schlechter DJ, infantile Englaender und Kanadier), aber wir hatten's trotzdem lustig bis knapp morgens um 2. Beim Taenzeln mit einem durschnittsgrossen (/-kleinen) Peruaner fiel mir wieder mal die Story ein, die ich vor schaetzungsweise 17 Jahren in der Autobahnraststaette in Bellinzona (da gabs damals ganz tolle Sandwiches) im Blick gelesen hatte: Eine superfette Frau und ihre halbe Portion von Ehemann hatten Streit. (Die Szene spielte sich natuerlich in den USA ab.) Da setzte sich die fette Frau auf den kleinen, duennen Mann und lies
s ihm sozusagen die Luft raus.
In der Zwischenzeit war ich wiederholt "El condor pasa" ausgesetzt worden - warum muss jedes Panfloetenlied im Condor enden?
Am dritten Tag mussten wir nur noch 2.5h den Bahngeleisen entlang durch das Valle Sagrado (heiliges Tal) nach Aguas Calientes wandern, was der Ausgangspunkt fuer die Wanderung nach Machu Picchu ist. Wir entschlossen uns, am Nachmittag noch auf den Putucusi hochzugehen, von dem man einen sehr schoenen Ausblick auf Machu Picchu (alter Berg) hat. Laeck, war das steil - stellenweise musste man Holzleitern hochsteigen, die ca. 80 Grad geneigt waren. Kaum hatten wir uns schlafen gelegt, polterte irgendein Idiot waehrend mehreren Minuten an die Tuer der Unterkunft, ohne dass es jemand fuer noetig hielt, fuer Ruhe zu sorgen. Gleichzeitig schrie eine hysterische Kuh im obersten Stock (Wohnung der Hostalbesitzer, nehme ich an) dauernd herum, so dass ich effektiv aufstand, an die
Wohnungstuere klopfte und den chico darum bat, unten wie auch oben fuer Ruhe zu sorgen.
Danach blieben uns nur wenige Stunden Schlaf, bis wir uns um 4:30h mit Stirnlampe an den kurzen, aber steilen Aufstieg (mehrheitlich relativ hohe Treppenstufen - wie Nora spaeter bemerkte: Wie gross waren eigentlich die Inkas?) auf den Machu Picchu machten. Schon im Hochgehen begann es zu nieseln, und als wir oben um 5:30h in der Schlange vor dem Eingang standen, regnete es richtig herunter. So ging es dann noch einige Stunden weiter, was sehr schade war, da uns so der Sonnenaufgang und die fruehmorgendliche Erkundung der beeindruckenden Inkastadt verwehrt blieb. Gluecklicherweise tat sich der Himmel nach 9 auf, so
dass wir den Rest des Tages bei strahlendem Sonnenschein geniessen konnten. Wir waren auch unter den gluecklichen 400, die auf den Waynapicchu (junger Berg) durften, um Machu Picchu von oben zu sehen. (Das ist der Berg, den man auf den Postkarten immer im Hintergrund sieht). Spaeter im Nachmittag flaezten wir uns auf der Wiese in der Sonne, nahmen ab und zu einen Schluck aus dem Flachmann (unterdessen mit Pisco gefuellt) und schauten in die Wolken. Cathrin sah allerlei aus meiner Sicht eher weit hergeholte Tiere in der Gestalt der Wolken (:-)), waehrend ich froh war, dass es keine Wolken gibt, die aussehen wie eine Linzertorte. (Muss zwar sagen, dass meine Gier in letzter Zeit abgenommen hat.) Zu Machu Picchu finde ich: Obwohl sehr touristisch, ist es wirklich ein magischer Ort, zu dem sicherlich die Landschaft mit den hutfoermigen Bergen rundherum das Ihrige beitraegt.
Alles in allem ein tolles Erlebnis! Abends um 6 nahmen wir den Zug nach Ollyantaytambo und von da, nach Ueberwindung des organisatorischen und verkehrstechnischen Chaos, einen Bus nach Cusco, wo wir nach 10 muede aber zufrieden ankamen und sogar noch eine feine Pizza erwischten.
Outro
Dies ist nun der Status von Freitag letzter Woche. Inzwischen sind schon wieder 5 erlebnisreiche Tage vergangen mit Grenzuebertritt nach Bolivien, chillen am Titicacasee und Ausgang in La Paz. Morgen geht's mit dem Bike die Death Road hinunter und danach in den Dschungel! Von all dem aber mehr im naechsten Eintrag, der hoffentlich nicht so lange auf sich warten laesst wie dieser.
Und noch ein Nachtrag zum letzten Eintrag: Unterhosenersatz gestaltete sich schwierig. Brauchbare Designs gibt's nur bis Groesse 36, und die anderen sind Verhuetungsmittel. Ich habs aufgegeben und wasche lieber oefter ;-)
Nach dem letzten Blogeintrag musste ich mich noch einen weiteren Tag gedulden, bis ich den Santa Cruz Trek starten konnte (nicht genuegend Leute fuer eine Gruppe). Ich nutzte die Zeit
, um wieder mit Dani, Roberto und ihren Freunden in die Disco El Tambo zu gehen und ein bisschen herumzutaenzeln. Roberto ist einiges groesser als der Durchschnittsperuaner, so dass ich mir dabei nicht mal allzu bloed vorkam. (Ich habe ja immer Angst, dass die Leute gar nicht merken, dass ich da Paartanz betreibe; so klein sind die Peruaner.) Irgendwann um jenes Wochenende herum konnte ich auch meinen 9-Tage-ohne-Pollo-Rekord feiern!Montag frueh holte mich Abel, unser Guide, gleich vor dem Hostal ab, und wir fuhren in einem Minibus nach Yungay und von da weiter die Berge hoch ueber einen Pass und dann wieder runter auf 3'700m, wo unser Trek offiziell startete. Wir waren eine glatte Siebnertruppe: Nerea und Rocio aus Barcelona, Carine und Ludo aus Lyon, Yan und Olga aus Jerusalem (eigentlich Russen) sowie ich (und der Flachmann). Die Crew bestand aus Abel, Lucia (super Koechin - ihre Suppen werde ich nachzukochen versuchen) und Emilio, der sich um die Packesel, Zelte, etc. kuemmerte; ein Maedchen fuer alles quasi. Zunaechst wanderten wir an Doerfern, Kindern auf dem Schulweg, Frauen und Maenne
rn beim Dreschen (von Hand), Kuehen und Eseln vorbei, bis wir gegen Abend unser Camp auf 3'900m, an einem kleinen Fluss gelegen, erreichten. Ich hatte ein kleines Zelt fuer mich und den Flachmann. Nach einer kalten Flussdusche genossen wir ein herrliches Nachtessen mit Suppe (die Suppen in Peru sind einfach fantastisch), Hauptgang und Tee. Danach legten wir uns schlafen - in Vollmontur, denn der Himmel war klar (so klar habe ich die Sterne am Himmel selten gesehen) und die Nacht dementsprechend eisig kalt.Morgens um 5:15h weckte uns Abel, und nach dem Fruehstueck und Cocatee zur Staerkung brachen wir auf mit dem Ziel, Punta Union auf 4'750m zu erklimmen. Bei Nieselregen wanderten wir durch die gruen-graue Landschaft, bis wir gegen Mittag bei Schneeregen den Pass erreic
hten und uns einen ordentlichen Schluck von Greter Wisels Zwetschgen genehmigten. Schade, dass die Sicht so schlecht war, dass wir die Landschaft nicht wirklich geniessen konnten. Im Laufe des Abstiegs jedoch verschwanden die Wolken allmaehlich, und als wir unser zweites Camp auf 4'200m erreichten, schien sogar die Sonne! Nach einem Snack mit Kafi Zwaetschge (kam sehr gut an) erkundeten wir etwas die Umgebung, immer in Acht vor den super aggressiven Kuehen (ich weiss wirklich nicht, was deren Problem war - eine wollte mich vom Fluss wegjagen, als ich mir die Zaehne putzte). Zu Essen gab es wieder eine Suppe, gefolgt von Lomo saltado (typisches Peruanisches Gericht mit Rindsgeschnetzeltem, Pommes, Zwiebeln, Tomaten und
Reis) - lecker! Um uns das Einschlafen zu erleichtern, erzaehlten Emilio, Lucia und Abel diverse Raeubergeschichten von Geistern u.ae. Danach getrauten wir uns nur zu dritt aufs "Klo" und erschraken mit halb heruntergelassenen Hosen gewaltig, als sich das Licht der Stirnlampe in zwei dunklen Kuhaugen reflektierte...Am dritten Tag wanderten wir bei schoenstem Wetter zunaechst zu einem Gletschersee mit herrlicher Sicht auf die umliegenden 5'600-6'000er (u.a. den Alpamayo und den Berg aus dem Paramount Logo), spaeter am maeandrierenden Fluss und Lagunen entlang bis zu unserem letzten Camp auf rund 3'200m. An jenem Abend leerten wir den Flachmann und freuten uns langsam wieder auf eine warme Dusche.
Tags darauf wanderten wir nochmals rund 2 Stunden das S
anta Cruz Tal hinunter, an dessen Ende der Minibus auf uns wartete und uns nach Huaraz zurueckbrachte. Total 45 km hatten wir zu jenem Zeitpunkt zurueckgelegt. Zum Abschluss trafen wir uns alle zu einem Pisco Sour in der Stadt. Danach versuchte ich, Cuy zu essen; leider kann ich nichts zum Geschmack des Meerschweinchens sagen, weil ich kein Fleisch gefunden habe auf dem Teller. Ich werde es aber nochmals versuchen. (Cuy frito war scheint's eine schlechte Wahl - Cuy Picante soll ein bisschen reichhaltiger sein. Mal sehen.) Ueber Lima nach Cusco
Am naechsten Morgen (Freitag vor 2 Wochen) nahm ich den Bus nach Lima - wow, diese Tag
esfahrt hat sich allemal gelohnt; so eine schoene Landschaft habe ich noch nie gesehen! (Inzwischen habe ich das noch ein paar weitere Male gesagt...) Es zu beschreiben waere etwas schwierig. Im Touriviertel Miraflores konnte ich in Robertos (Sohn der Hostalbesitzer in Huaraz) Wohnung, die er als WG vermietet, unterkommen. Mit Helena, einer Medizinstudentin aus Oesterreich, verfielen wir in eine Diskussion zum Thema Geschlechtskrankheiten im Dschungel von Peru, welche zwar interessant war, die ich danach aber mit einem Cider in einem Pub runterspuelen musste.Tags darauf hatte ich einen Flug nach Cusco (1:20h - mit Bus 22h), wo ich gegen
Inka Jungle Trek nach Machu Picchu
Am Dienstag (vor einer Woche) gings los mit dem Inka Jungle Trek, dem lockersten Trek
nach Machu Picchu. (Eigentlich wollte ich den strengeren Lares Trek machen, aber leider gab es nicht genuegend Interessierte fuer eine Gruppe. So ungluecklich war ich dann aber doch nicht, da ich die Woche zuvor eigentlich genuegend herumgewandert war und meine Fuesse immer noch etwas havariert waren.) Am Abend zuvor beim Briefing staunte ich nicht schlecht, als ich erfuhr, wer meine Gspaenli fuer die naechsten vier Tage sein wuerden: Cathrin, Sonja, Nora und Paul aus Karlsruhe, die ich Nachmittags in einem Internetcafe leicht verzweifelt beim Versuch, online einen Flug nach Buenos Aires zu buchen, vorfand. Small world, immer wieder.Mit unserem Guide Henry fuhren wir morgens die Berge hinauf bis nach Abra Malaga, auf rund 4'300m gelegen. Von da sausten wir mit Bikes die Str
asse hinunter bis auf rund 2'000m, immer mit Ausblick auf Berge und das unter uns liegende Tal. Die Bikes waren mehr oder weniger ok - bei Cathrin fiel irgendwann mal die eine Radschraube ab, und Paul war leider noch vor dem Start durch einen richtig grossen Scheisshaufen gefahren. (Wir philosophierten noch den ganzen Tag darueber, woher so ein Riesenhaufen stammen konnte - und natuerlich, wie man den ueberfahren konnte, ohne es zu merken. Stellt euch vor, wie gross der war: Sogar die Bremshalterung war voll davon.) Es stank so haesslich, dass wir schnell losfuhren und Paul zum Schlusslicht verbannten. Oben hatten wir noch Vollmontur an und Bergzauber, waehrend uns unten Dschungelklima mit Moskitos erwartete. Die Nacht verbrachten wir in einem Hostal im Kaff Santa Maria auf 1'400m.Am Mittwoch wanderten wir rund 20km mehrheitlich durch Wald, vorbei an Kaffee-, Papaya-, Avocado-, Mango-, Zitronen-, Orangen-, Limetten- und Bananenbaeumen, Kakaopflanzen, Baumwollstraeuchern sowie Cocapflanzen, teilweise auf dem original Inkatrail, nach Santa Teresa (1'700m), wo wir abends ein erholsames Bad in den Thermen geniessen konnten! Der Bezug der Unterkunft gestaltete sich dann interessant: Paul und Nora wollte man ein total verschimmeltes Zimmer
ueberlassen. Als sie sich beschwerten, wurde sogleich der Vanilleduftspray gezueckt - der behebt doch das Problem auf einfache Weise! Wir fanden das kommt wirklich nicht in die Tuete und bezogen eine andere Unterkunft. Nach dem Abendessen verschlug es uns in eine super Disco, wie schon die Entenlichtreklame auf dem Dach zu verhoffen liess :-) Die ganze Szene war eigentlich ziemlich schrott (schlechter DJ, infantile Englaender und Kanadier), aber wir hatten's trotzdem lustig bis knapp morgens um 2. Beim Taenzeln mit einem durschnittsgrossen (/-kleinen) Peruaner fiel mir wieder mal die Story ein, die ich vor schaetzungsweise 17 Jahren in der Autobahnraststaette in Bellinzona (da gabs damals ganz tolle Sandwiches) im Blick gelesen hatte: Eine superfette Frau und ihre halbe Portion von Ehemann hatten Streit. (Die Szene spielte sich natuerlich in den USA ab.) Da setzte sich die fette Frau auf den kleinen, duennen Mann und lies
s ihm sozusagen die Luft raus. In der Zwischenzeit war ich wiederholt "El condor pasa" ausgesetzt worden - warum muss jedes Panfloetenlied im Condor enden?
Am dritten Tag mussten wir nur noch 2.5h den Bahngeleisen entlang durch das Valle Sagrado (heiliges Tal) nach Aguas Calientes wandern, was der Ausgangspunkt fuer die Wanderung nach Machu Picchu ist. Wir entschlossen uns, am Nachmittag noch auf den Putucusi hochzugehen, von dem man einen sehr schoenen Ausblick auf Machu Picchu (alter Berg) hat. Laeck, war das steil - stellenweise musste man Holzleitern hochsteigen, die ca. 80 Grad geneigt waren. Kaum hatten wir uns schlafen gelegt, polterte irgendein Idiot waehrend mehreren Minuten an die Tuer der Unterkunft, ohne dass es jemand fuer noetig hielt, fuer Ruhe zu sorgen. Gleichzeitig schrie eine hysterische Kuh im obersten Stock (Wohnung der Hostalbesitzer, nehme ich an) dauernd herum, so dass ich effektiv aufstand, an die
Wohnungstuere klopfte und den chico darum bat, unten wie auch oben fuer Ruhe zu sorgen.Danach blieben uns nur wenige Stunden Schlaf, bis wir uns um 4:30h mit Stirnlampe an den kurzen, aber steilen Aufstieg (mehrheitlich relativ hohe Treppenstufen - wie Nora spaeter bemerkte: Wie gross waren eigentlich die Inkas?) auf den Machu Picchu machten. Schon im Hochgehen begann es zu nieseln, und als wir oben um 5:30h in der Schlange vor dem Eingang standen, regnete es richtig herunter. So ging es dann noch einige Stunden weiter, was sehr schade war, da uns so der Sonnenaufgang und die fruehmorgendliche Erkundung der beeindruckenden Inkastadt verwehrt blieb. Gluecklicherweise tat sich der Himmel nach 9 auf, so
dass wir den Rest des Tages bei strahlendem Sonnenschein geniessen konnten. Wir waren auch unter den gluecklichen 400, die auf den Waynapicchu (junger Berg) durften, um Machu Picchu von oben zu sehen. (Das ist der Berg, den man auf den Postkarten immer im Hintergrund sieht). Spaeter im Nachmittag flaezten wir uns auf der Wiese in der Sonne, nahmen ab und zu einen Schluck aus dem Flachmann (unterdessen mit Pisco gefuellt) und schauten in die Wolken. Cathrin sah allerlei aus meiner Sicht eher weit hergeholte Tiere in der Gestalt der Wolken (:-)), waehrend ich froh war, dass es keine Wolken gibt, die aussehen wie eine Linzertorte. (Muss zwar sagen, dass meine Gier in letzter Zeit abgenommen hat.) Zu Machu Picchu finde ich: Obwohl sehr touristisch, ist es wirklich ein magischer Ort, zu dem sicherlich die Landschaft mit den hutfoermigen Bergen rundherum das Ihrige beitraegt.Alles in allem ein tolles Erlebnis! Abends um 6 nahmen wir den Zug nach Ollyantaytambo und von da, nach Ueberwindung des organisatorischen und verkehrstechnischen Chaos, einen Bus nach Cusco, wo wir nach 10 muede aber zufrieden ankamen und sogar noch eine feine Pizza erwischten.
Outro
Dies ist nun der Status von Freitag letzter Woche. Inzwischen sind schon wieder 5 erlebnisreiche Tage vergangen mit Grenzuebertritt nach Bolivien, chillen am Titicacasee und Ausgang in La Paz. Morgen geht's mit dem Bike die Death Road hinunter und danach in den Dschungel! Von all dem aber mehr im naechsten Eintrag, der hoffentlich nicht so lange auf sich warten laesst wie dieser.
Und noch ein Nachtrag zum letzten Eintrag: Unterhosenersatz gestaltete sich schwierig. Brauchbare Designs gibt's nur bis Groesse 36, und die anderen sind Verhuetungsmittel. Ich habs aufgegeben und wasche lieber oefter ;-)
Übrigens, die Liebestöter eigne sich i däm Fall hervorragend als Prävention zu für diversi Gschlächtschrankheite! Hoffe mir nid, dass i dere Hinsicht no gwüssi Erinnerige hei nimmsch ;-)
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